Bernhard Bauser

Kurzbiographie:

Geboren 1961 in Köln, Jugend bei Stuttgart,
seit 1983 in Frankfurt am Main
Studium: Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte, Latein
Mitarbeit in der "Frankfurter Literaturinitiative",
1988 beim Pilotprojekt des Underground-Senders "Radio X"
1989 gibt BB den literarischen Reader "Ölflimmern" mit heraus
1987 Ė 91 Bassist der Gruppe "Man Ray"
1996 Sieger des ersten "Open-Mike" - Literaturwettbewerbs des Club Voltaire Frankfurt
seit 1997 verantwortlich für die Serie "Neue Seiten. Aktuelle Literatur" im Offenen Kanal Offenbach/Frankfurt: Künstlerporträts, Dokumentation von Veranstaltungen, Literaturclips

www.youtube.com/bauseryou

Bücher (im Selbstverlag):

  • Ölflimmern. Literarischer Reader, Ffm 1989. 44 Seiten. Texte von acht Autoren.
  • Mal sehen. Text und Fotos. Ffm 1994. 36 Seiten. S/W und Farbe.
  • Schweigen und andere Geschichten. Ffm 1996. 52 Seiten. Was Schmuck, Öl, Staub und der Kunst selbst sprächen, würden sie nicht schweigen...
  • Patchwork. Ffm 1997. 80 Seiten. Miniaturen des Alltags, Dramen im Unscheinbaren.
  • der underground des underground. Ffm 1997. Sprechtexte. 44 Seiten.
  • Kinder der Eins und der Null. Geschichten und Sprechtexte, Ffm 1998. 98 Seiten.

Videos:

  • "Bergerstraße", (10 min), entstanden im Rahmen eines VHS-Kurses, Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, Juni 1997.
  • "Brigitte Bee: Dein Halgock gispert gööl ins Geisch", (20 min), Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, Juli 1997.
  • "Der schwarze Hummer. Der Schriftsteller und Maler Joachim Durrang", (52 min), Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, August 1997.
  • "Hörsturz. Der Soundpoet Hans-Jürgen Lenhart", (57 min), Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, September 1997.
  • "LiterOhrgasmen & Sprechtextasen", (61 min), über die gleichnamige Veranstaltung vom Oktober 1997 im Gallus Theater, Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, Dezember 1997.
  • "Ohne Titel. Die Malerin Sigrid Palmer", (25 min), Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, Januar 1998.
  • "Andererseits. Der Sprechtexter und Soundpoet Dirk Hülstrunk", (42 min), Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, Juli 1998.
  • "Sounds Like Poetry?", (26 min), Saxophon: Esther-Maria Stumm, Bass: Werner Smolinski, Texte & Stimme: Dirk Hülstrunk, Film, Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, Oktober 1998.
  • "Neue Seiten", (32 min),Vorstellung der Serie, Produktion auf dem Frankfurter Museumsuferfest, Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, November 1998.
  • "Joachim Durrang liest Gedichte", (9 min), Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, November1998.
  • "National Poetry Slam München 1998", (29 min), Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, Februar 1999.
  • "ANKATÅ, Afrotanz und Live-Musik", (12 min), Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, April 1999.
Kontakt:
Bernhard Bauser, Ahornstraße 20, 63533 Mainhausen
Tel: 06182 / 8206057
Mobil: 0160 91922016
e-mail: b.bauser@web.de


Spucke

Der glatte Asphalt ist von einem grauen Schmutzfilm bedeckt und von Hunderten kleiner Speichelpfützen gesprenkelt. Sie sind frisch oder schon halb eingetrocknet oder vom Drauftreten verschmiert. Manche der frischen haben eine gallerthafte Konsistenz, sie heben sich vom Boden ab, da sehen sie fast aus wie ungelutschte Bonbons. Andere haben gelbe Schlieren oder scheinen ganz aus Eiter zu sein, andere wieder sind ganz rot vom beigemischten Blut, kleine Lachen, aber ihre Höhe und die gezackten Ränder zeigen, hier tropfte das Blut nicht, es wurde ausgeworfen. Andere der Pfützen sind auseinandergezogen und laufen in dünnen feuchten Kanälen aus, zentimeter- oder meterlang. Vielleicht gelang es nicht auf Anhieb, die gesamte Menge auszustoßen, der Rest hing an einem langen Schleimfaden noch an der Lippe. Wenn derjenige gerade nicht stand sondern ging, mußte er aufpassen, daß das Zeug nicht auf seiner Hose landete. Er konnte sich zur Seite drehen, sich vorbeugen und einfach warten, bis der Rest abtropfte und dem ein bißchen nachhelfen, indem er die Lippen zusammenpreßte. Allerdings konnte sich der Schleimfaden in der Mitte teilen und der obere Rest auf die Lippen zurückschnellen. Der Handrücken wischte es ab. Später, beim Trocknen auf dem Asphalt oder den Fliesen der U-Bahnschächte verschwindet das Gallerthafte, der Spuckflecken zieht sich in die Breite, wird flacher. Vielleicht schäumen anfangs noch einige weißliche Blasen auf der Spitze des noch warmen Speichelhügels, auch die verschwinden mit der Zeit. Vielleicht tritt einer drauf, und die Spucke zieht sich auf die Schuhsohlen, wo sie auf Reste von Hundescheiße und ausgespuckten Kaugummis trifft. Einige der Flecken sind klein, da hat jemand ein Quentchen Spucke einfach zwischen die Lippen genommen und mit kräftigem Luftstoß herauskatapultiert. Vielleicht war er mit Freunden zusammen, und auch denen schoß es immer wieder zwischen den Lippen heraus. Die größeren Batzen verdanken sich eher Leuten, die allein unterwegs sind, nachts, unbeobachtet, wie sie denken. Es beginnt mit einem lauten, tief hinten in der Kehle mit kehligem Laut anhebenden, dann in dunkleren Tonlagen grollenden, zuletzt in einem hohen, sprudelnden Luftlaut endenden Räuspern, gefolgt von einer kurze Pause, in der die Kraft anschwillt, woraufhin der Batzen in einer zischenden Explosion aus dem Mund geschleudert wird, im Bogen fällt und auf den Boden klatscht.


 

Generationenkonflikt

Oma bekommt zum Nachtisch eine Kaki serviert.

"Des ess i net."

Tochter und Enkel reißen den Stiel heraus und fangen an, die Schale abzuziehen. Das geht ziemlich schwer, die Früchte sind reif und weich, sie rutschen ihnen immer wieder aus dem Griff. Oma sieht zu, dann macht sie es ihnen nach. Sie will ebenfalls die Schale abziehen, doch reißt sie damit die Frucht ganz auf.

"So a Glump."

Tochter und Enkel löffeln das Fruchtfleisch aus, Oma ist noch dabei, Schale und Fleisch zu trennen.

"So was kauft mer net. A Kiste Äpfel, des lassi mir gfalln. Aber so was."

Tochter und Enkel schaben das letzte Fleisch von den am Teller klebenden Schalenfetzen. Oma sticht mit dem Löffelchen ins Herz der Frucht und befördert unter Schmatzgeräuschen kleine Fruchtfleischbrocken mit Kakisaft hervor.

"Wirst ja net fertig damit."

"Aber schmecken", meint die Enkelin bemüht, "schmecken tutís doch, oder?" "Ja", gibt Oma kleinlaut zu, um gleich darauf hinzuzufügen:

"So was Schlunziges. A Mohnstrudl wär besser."

Schließlich haben Tochter und Enkel es geschafft. Zufrieden lecken sie sich die Finger ab. Oma sieht sich das Massaker auf ihrem Teller an, dann sieht sie auf und fragt jeden einzeln:

"Hast es du gegessen?"

"Ja natürlich."

"Hast es du gegessen?"

"Warum auch nicht?"

"Hast es du gegessen?"

"Na klar."

Sie senkt und schüttelt den Kopf.

"A Kaki aus Griechenland. Eieiei."

Sie wendet sich der Tochter zu.

"Verzeih verzeih."

Die Tochter sagt: "Da hätt ich viel zu tun."

grik ordering

Hello Mister, ai wont Koffi!
Okei, Koffi, bat wot Koffi?
Tu Koffi, won grik Koffi.
Won grik?
Jes, won grik Koffi änd won Koffi wis milk.
Sou, won grik Koffi wif milk?
Nou, won grik Koffi änd won normel Koffi wis milk.
Sou, tu Koffi?
Jes, tu Koffi! Won wis milk and won no milk.
Won grik wif milk?
Nou, grik nou milk, änd won normel.
Won normel milk?
Jes, won normel wis milk.
Änd tu grik.
Nou, aser Koffi wis milk, aser grik.
Sou, tu grik wif milk?
Nou, plihs, won grik Koffi.
Wif swiht?
Nou, grik.
Grik is swiht.
Sou, won grik swiht, aser normel nou swiht.
Normel nou swiht änd nou grik, bat milk.
Jes jes! Won grik switht änd won normel nou swiht wis milk.
Nou probläm.
Änd tu Uso.
Uso or Uso wif ais or wota?
Ou nou! - Okei okei ai pei!
 

Ad acta

Ein Bekannter, den ich auf der Straße traf, sagte mir,
Zitat "bei Licht besehen" Zitat Ende
habe er
Zitat "die letzte Woche" Zitat Ende
nur
Zitat "einen Tag arbeitsmäßig" Zitat Ende
verbracht.
Er habe diesen
Zitat "stinklangweiligen" Zitat Ende
Tag damit verbracht, die Übersetzungstheorien
Zitat "von den ganzen Humanisten" Zitat Ende
zu
Zitat "beschnarchen" Zitat Ende,
Goethe, Herder
Zitat "und so" Zitat Ende.
Zitat "Und der Luther" Zitat Ende
habe
Zitat "glaube" Zitat Ende
Zitat "er" Zitat Ende
Zitat "auch was dazu gesagt" Zitat Ende.
Und
Zitat "damit" Zitat Ende
müsse er
Zitat "jetzt" Zitat Ende
eine Ballade
Zitat "behämmern" Zitat Ende.
Er verabschiedete sich
Zitat "in diesem Sinne" Zitat Ende.


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